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WPQR dokumentieren und nachweisen

Der WPQR belegt eine bestandene Verfahrensprüfung; auf ihn stützen sich die damit qualifizierten Schweißanweisungen. Hier steht, was zu seiner Ablage gehört und wie Sie ihn in der Schweißdokumentation mit den WPS verknüpfen.

Grundlage ist ISO 15614-1:2017 — die Verfahrensprüfung für das Lichtbogen- und Gasschweißen von Stählen und das Lichtbogenschweißen von Nickel und Nickellegierungen.

Was ein WPQR enthält

Nach Abschnitt 9 der Norm ist der WPQR (Welding Procedure Qualification Record) die Aufstellung der Ergebnisse. In die Ablage gehören deshalb:

  • die Ergebnisse der Bewertung jedes Prüfstücks, einschließlich aller Wiederholungsprüfungen,
  • die Angaben, die die zutreffende Norm der Reihe ISO 15609 für die WPS vorsieht,
  • Merkmale, die nach Abschnitt 7 der Norm zur Zurückweisung führen würden,
  • Unterschrift und Datum des Prüfers oder der Prüfstelle,
  • die Zeugnisse der Grundwerkstoffe und Schweißzusätze, wenn eine Anwendungsnorm oder eine Spezifikation sie verlangt.

Festgehalten wird in einem WPQR-Formblatt: bei Level 1 mit den Einzelheiten, dem Level und den Prüfergebnissen, bei Level 2 zusätzlich mit dem Geltungsbereich. Ein Beispiel-Formblatt enthält Anhang B der Norm.

WPQR und WPS verknüpfen

Eine WPS stützt sich auf einen WPQR, solange ihre Angaben in den Bereichen liegen, die der WPQR abdeckt; Änderungen außerhalb dieser Bereiche verlangen nach Abschnitt 8.1 eine neue Verfahrensprüfung. Der WPQR gilt für den Hersteller, der die Verfahrensprüfung durchgeführt hat und die volle Verantwortung für alle danach ausgeführten Schweißungen behält (Abschnitt 8.2). Für die Dokumentation heißt das: Jede WPS sollte auf den WPQR zeigen, auf dem sie beruht — dann ist bei jeder Änderung sofort sichtbar, ob der Nachweis noch trägt.

Wie eine Verfahrensprüfung abläuft, welche Prüfungen dazugehören und wie weit der Geltungsbereich reicht, erklärt der Leitfaden WPQR: Bedeutung, Formblatt und Geltungsbereich auf stahlnorm.de.

WPQR in der digitalen Schweißdokumentation

In SchweißDoku hinterlegen Sie Verfahrensprüfungen, ordnen die WPS direkt zu und sehen den Abdeckungsgrad der Gültigkeitsbereiche auf einen Blick. Der Audit-Export fasst WPS, WPQR, Qualifikationsnachweise und Prüfprotokolle in einem PDF-Dossier zusammen.

Häufige Fragen

Wer unterschreibt den WPQR?

Der Prüfer oder die Prüfstelle. Werden keine unzulässigen Merkmale und keine unzulässigen Prüfergebnisse gefunden, ist der WPQR qualifiziert und wird vom Prüfer oder von der Prüfstelle unterschrieben und datiert (ISO 15614-1:2017, Abschnitt 9).

Gehören Werkstoffzeugnisse zum WPQR?

Wenn eine Anwendungsnorm oder eine Spezifikation es verlangt, werden die Zeugnisse der Grundwerkstoffe und der Schweißzusätze dem WPQR beigefügt (ISO 15614-1:2017, Abschnitt 9).

Braucht jede WPS einen eigenen WPQR?

Nein. Mehrere WPS können sich auf denselben WPQR stützen, solange ihre Angaben in den Bereichen liegen, die der WPQR abdeckt, und derselbe Hersteller schweißt, der die Verfahrensprüfung durchgeführt hat (ISO 15614-1:2017, Abschnitt 8.2). Änderungen außerhalb dieser Bereiche verlangen eine neue Verfahrensprüfung (Abschnitt 8.1).