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Schweißdokumentation: Papier vs. Software – ein ehrlicher Vergleich

Ab wann lohnt sich eine Software für die Schweißdokumentation? Wir vergleichen Papierakten, Excel und dedizierte Software ehrlich – mit konkreten Zeitangaben.

05. Dezember 20253 min Lesezeit

Viele Schweißbetriebe managen ihre Dokumentation mit einer Mischung aus Ordnern, Excel-Tabellen und ausgedruckten Formularen. Das funktioniert – bis es nicht mehr funktioniert. Wann ist der Wechsel zu einer Software wirklich sinnvoll?

Die Realität in den meisten Betrieben

Bevor wir vergleichen, ein typisches Szenario: Ein Metallbaubetrieb mit 15 Schweißern und EN 1090 EXC2-Zertifizierung hat:

  • 18 aktive WPS in einem Ordner im Büro des Schweißkoordinators
  • Schweißerqualifikationen in einer Excel-Tabelle
  • Prüfprotokolle in verschiedenen Unterordnern auf dem Netzlaufwerk
  • Fristtracking: Post-it-Notizen und Erinnerungen im Outlook-Kalender

Das ist ehrlich gesagt der Normalfall. Und es hat einen Preis.

Zeitaufwand im Vergleich

| Aufgabe | Papier/Excel | Software | |---------|-------------|---------| | Neue WPS erstellen | 45–90 min | 10–15 min | | Schweißerqualifikation erfassen | 10 min | 2 min | | Auditpaket vorbereiten | 3–8 Stunden | 5 Minuten | | Fristablauf prüfen | wöchentliche manuelle Kontrolle | automatisch | | Schweißernachweis bei Kontrolle vorlegen | suchen, drucken, 15–30 min | sofort auf Tablet |

Wann Papier ausreicht

Ehrlichkeit ist wichtig: Für sehr kleine Betriebe mit wenigen Schweißern und einer überschaubaren Anzahl an WPS kann Papier und Excel tatsächlich ausreichen:

  • 1–3 Schweißer, max. 5 WPS, ein Verfahren → Papier ist handhabbar
  • Kein Wachstum geplant
  • Nur selten Audits

Wann Software sinnvoll wird

Die Grenze liegt typischerweise bei:

  • 5+ aktive Schweißer → Qualifikationsfristen werden unübersichtlich
  • 10+ WPS → WPS-Abdeckung ist schwer zu überblicken
  • Regelmäßige Audits (EN 1090, ISO 3834) → Auditpakete vorbereiten wird zeitkritisch
  • Mitarbeiterwechsel → Einarbeitung neuer Schweißer und Dokumentationsübergabe

Was eine Software wirklich bringt

Zeitersparnis beim Audit: Das stärkste Argument. Was bisher 4–8 Stunden dauerte (alle Dokumente suchen, zusammenstellen, ausdrucken oder per Mail schicken), erledigt eine Software in Minuten.

Keine vergessenen Fristen: Automatische Erinnerungen sind zuverlässiger als Kalendereinträge, die jemand anlegen muss.

Mehrere Nutzer: Wenn der Schweißkoordinator krank ist, kann sein Vertreter sofort auf alle Dokumente zugreifen.

Revisionssicherheit: WPS-Versionen werden automatisch verwaltet. Alte Versionen bleiben archiviert, aber aus dem aktiven Betrieb entfernt.

Was eine Software nicht bringt

  • Normen-Expertise: Eine Software erstellt keine WPS für Sie. Sie muss trotzdem von jemandem mit schweißtechnischem Wissen ausgefüllt werden.
  • Verfahrensprüfungen: WPQR müssen weiterhin von akkreditierten Stellen durchgeführt werden.
  • Schweißerprüfungen: ISO 9606-Prüfungen finden bei SLV, TÜV oder DVS-Ausbildungszentren statt.

Fazit

Eine Schweißdokumentation-Software amortisiert sich typischerweise innerhalb der ersten Auditvorbereitung. Wenn Sie zwei Stunden weniger für die Auditpaketvorbereitung brauchen, haben Sie den Monatsbeitrag einer Software bereits eingespielt.

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